Wurzelspitzenresektion: letzte Chance für den Zahn

Bei der Wurzelspitzenresektion (WSR) entfernt der Zahnarzt chirurgisch die Spitze einer Zahnwurzel, um so krankhafte Veränderungen im Wurzelbereich des Zahns zu behandeln. Die Wurzelspitzenresektion wird deshalb auch Wurzelspitzenamputation genannt.
Sie kommt bei Zähnen zum Einsatz, die bereits schon einmal mit einer Wurzelfüllung behandelt worden sind, sich aber erneut entzündet haben. In der Folge haben die Patienten häufig deutliche Schmerzen im Bereich des betroffenen Zahns, es gibt aber auch (chronische) Verlaufsformen, bei denen sich die Entzündung nur im Röntgenbild erkennen lässt.

Wie läuft eine Wurzelspitzenresektion ab?

Die Entfernung der Wurzelspitze kann ambulant unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Mit den heute verfügbaren Mitteln und Methoden der lokalen Anästhesie kann dieser Eingriff absolut schmerzfrei gemacht werden. Er gehört zudem zu den Routine-Operationen in der Zahnchirurgie.

Der Zahnarzt legt zunächst die betroffene Zahnwurzel frei. Dann entfernt er das entzündliche Gewebe und trennt die Wurzelspitze ab. Dabei sollen auch die fein verästelten Ausläufer des Wurzelkanals möglichst vollständig entfernt werden.
Wichtig ist, dass die Dichtigkeit der Wurzelkanalfüllung an der Schnittstelle geprüft wird, damit von hier aus nicht erneut Bakterien in den Wurzelkanal eindringen können. Der Verschluss der Zahnwurzel erfolgt bioverträglich mit MTA.
Die Wunde im Zahnfleisch wird dann vernäht und der Erfolg des Eingriff mittels einer Röntgenaufnahme kontrolliert. Der Eingriff dauert im Frontzahnbereich ca. 60 Minuten, bei Seitenzähnen eventuell auch länger.

Ich empfehle auch weitere Kontrollen im Abstand von 6,12,24 usw. Monaten, um das vollständige Abheilen der Entzündung im Bereich des Knochens zu überwachen. Diese Kontrolle erfolgt mit Hilfe strahlungsarmer digitaler Röntgenbilder.

Die ultradünnen Nahtfäden können dann in Regel schon nach ca. 3-4 Tagen entfernt werden.

 

Was ist nach einer Wurzelspitzenresektion zu beachten?

Gegen Schwellungen und Blutergüsse hilft das Auflegen einer Kühlkompresse, eventuell entstehende Wundschmerzen können mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen (nicht Aspirin o.ä.) sehr gut beseitigt werden.
Solange die Betäubung anhält, sollten Sie nicht essen, da sonst die Gefahr besteht, dass Sie sich unbemerkt selbst in die Wange beißen oder die Wunde belasten.
Alkohol, Rauchen, scharfe Speisen und starke körperliche Anstrengungen sollten Sie in den ersten 1-2 Tagen nach der OP meiden.
Zusätzliche Mundspülungen für 2-3 Tage mit chlorhexidinhaltiger Mundspülung unterstützen den Heilungsprozess und verringern das Infektionsrisiko an der Wunde.

 

Wurzelspitzenresektion in der Endodontologie Berlin-Mitte

Warum empfiehlt es sich, den Eingriff von einem Spezialisten (Endodontologen) vornehmen zu lassen?

Endodontologen haben sich auf die Behandlung von Erkrankungen des Zahninneren und des Gewebes um die Zahnwurzel herum spezialisiert. Sie verfügen über notwendige spezielle technische Hilfsmittel wie ein Dentalmikroskop, mikrochirurgische Instrumente oder einen Dentalen Volumentomographen, um den Eingriff nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und anerkannten Leitlinien durchzuführen.
Mit regelmäßigen Weiterbildungen in seinem Spezialgebiet bleibt der Endodontologe zudem immer auf dem neuesten Stand der Forschung und tauscht sich mit Kollegen aus.

Die Wurzelspitzenresektion als letzte Option nach Wurzelbehandlung und Revision

Nach meiner Einschätzung sollte die Wurzelspitzenresektion immer das letzte Mittel sein, um eine Entzündung an der Zahnwurzel zu behandeln. Zunächst kommt eine sogenannte Revision in Betracht. Dabei wird die alte Wurzelfüllung entfernt, der Wurzelkanal nochmals desinfiziert und aufbereitet und dann mit einer neuen Wurzelfüllung verschlossen. Gelingt die Revision, heilt auch die Entzündung an der Wurzelspitze von allein und ohne deren Amputation aus. Der Zahn kann vollständig erhalten werden – im Vergleich zur Resektion zunächst mit der geringstmöglichen Belastung für Knochen und Gewebe.
Zudem wird bei einer Wurzelspitzenresektion nur das letzte Drittel der Zahnwurzel gereinigt. Im Vorfeld sollte bereits im Rahmen einer Revision das übrige Wurzelkanalsystem von Bakterien befreit sein, da es sonst schnell wieder zu einem entzündlichen Rückfall auch nach Entfernung der Wurzelspitze kommen kann.

Kosten einer Wurzelspitzenresektion

Die Kosten für eine schonende mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion unter dem Dentalmikroskop werden im Regelfall nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ich kläre Sie hier immer im Vorfeld transparent über alle zu erwartenden Kosten auf.

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